20.08.2026
Warum Ohrhaare mit zunehmendem Alter auftreten
Das verstärkte Wachstum von Ohrhaaren – insbesondere bei Männern ab dem mittleren Alter – ist ein weit verbreitetes, biologisch völlig normales Phänomen. Es liegt primär an hormonellen Veränderungen und der Reaktion der Haarfollikel darauf.
Die Hauptgründe für Ohrhaare im Alter
- Überempfindlichkeit gegen Dihydrotestosteron (DHT): Mit zunehmendem Alter verändert sich der Hormonhaushalt. Das Geschlechtshormon Testosteron wird im Gewebe verstärkt in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt. Bestimmte Haarfollikel im Ohrbereich reagieren im Alter empfindlicher auf dieses Hormon.
- Veränderung der Haarwachstumsphasen: Normalerweise durchlaufen Ohrhaare nur sehr kurze Wachstumsphasen und verbleiben als feine, nahezu unsichtbare Flaumhaare (Vellushaare). Durch den Einfluss von DHT verlängert sich die Wachstumsphase (Anagenphase) der Follikel im Gehörgang und auf der Ohrmuschel.
- Umwandlung in Terminalhaar: Die feinen Vellus-Flaumhaare wandeln sich unter dem Hormoneinfluss in dickere, dunkel pigmentierte und längere Terminalhaare um – ähnlich wie der Bartwuchs in der Pubertät.
- Genetische Veranlagung: Wie stark die Haarfollikel an den Ohren auf DHT reagieren, ist größtenteils genetisch festgelegt.
Warum sind meist Männer betroffen?
Männer besitzen von Natur aus höhere Testosteron- und DHT-Spiegel als Frauen. Während DHT auf dem Kopfhautbereich oft zu Haarausfall führt (erblicher Haarausfall), bewirkt es an Ohren, Nase und Augenbrauen genau das Gegenteil und stimuliert dort das Haarwachstum. Frauen können nach den Wechseljahren durch den sinkenden Östrogenspiegel ebenfalls vereinzelt verstärkten Haarwuchs an den Ohren feststellen, jedoch meist deutlich schwächer als Männer.