29.08.2026

Alles, was Sie über nächtliches Wasserlassen wissen müssen und wann Sie sich Sorgen machen sollten

Від Olia Olia

Nächtliches Wasserlassen (in der Fachsprache Nykturie genannt) liegt vor, wenn Sie nachts mehrmals aus dem Schlaf aufwachen müssen, um die Blase zu entleeren. Ein einmaliges Aufstehen pro Nacht gilt im höheren Alter als völlig normal. Müssen Sie jedoch regelmäßig zwei- oder mehrmals aufstehen, wird der natürliche Schlafzyklus gestört, was zu chronischer Müdigkeit führt.

Mögliche Ursachen der Nykturie

1. Verhaltensbedingte & Ernährungsfaktoren

  • Flüssigkeitsaufnahme: Zu viel Flüssigkeit – insbesondere Koffein, Alkohol oder gesüßte Getränke – in den Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Ernährung: Sehr salzige Speisen am Abend binden Wasser, das der Körper im Liegen umverteilt und ausscheidet.

2. Altersbedingte Veränderungen

  • Sinken des ADH-Spiegels: Das antidiuretische Hormon (ADH), das nachts die Urinproduktion im Körper drosselt, nimmt im Alter ab. Dadurch bildet die Niere nachts genauso viel Urin wie tagsüber.
  • Nachlassende Blasenkapazität: Das Gewebe der Blase verliert an Elastizität und kann weniger Urin speichern.

3. Organische Ursachen & Erkrankungen

  • Prostatvergrößerung (bei Männern): Die gutartige Vergrößerung der Prostata verengt die Harnröhre; die Blase entleert sich nie vollständig und füllt sich schneller wieder.
  • Blasensenkung / Beckenbodenschwäche (bei Frauen): Führt zu einer überaktiven Blase oder Störungen der Schließmuskeln.
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Tagsüber sammelt sich Flüssigkeit in den Beinen (Ödeme). Im Liegen fließt diese zurück in den Blutkreislauf und wird über die Nieren als Urin ausgeschieden.
  • Diabetes mellitus / Diabetes insipidus: Hohe Blutzuckerwerte führen zu starkem Durst und erhöhter Urinausscheidung (Polyurie).
  • Blasenentzündung oder Harnwegsinfekte: Reizungen der Schleimhaut lösen dauerhaften Drang aus.

4. Medikamente

  • Diuretika (Entwässerungstabletten): Wenn diese zu spät am Nachmittag oder Abend eingenommen werden.

Wann sollten Sie sich Sorgen machen? (Warnzeichen)

Vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt oder Urologen, wenn die Nykturie plötzlich auftritt oder von folgenden Symptomen begleitet wird:

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen.
  • Blut im Urin (rosa, rot oder dunkel verfärbt).
  • Starker, Unaufschiebbarer Harndrang mit ungewolltem Tröpfeln (Inkontinenz).
  • Schwacher, unterbrochener Harnstrahl oder das Gefühl, die Blase wird nicht leer.
  • Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen im Lenden- und Nierenbereich.
  • Starker Durst und plötzlicher Gewichtsverlust.
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf oder Konzentrationsstörungen.

Erste Schritte zur Selbsthilfe

MaßnahmeEmpfehlung
Flüssigkeit timenAb ca. 18:00 Uhr die Flüssigkeitszufuhr reduzieren; Koffein und Alkohol abends meiden.
Beine hochlegenBei Neigung zu geschwollenen Beinen diese am späten Nachmittag für 30 Minuten hochlegen, um Wasser vor dem Schlafen auszuscheiden.
Doppeltes EntleerenVor dem Schlafengehen zweimal auf die Toilette gehen (im Abstand von ein paar Minuten), um die Blase ganz zu leeren.
Miktionstagebuch2–3 Tage lang aufschreiben: Wann und wie viel Sie trinken, sowie wann und wie viel Urin Sie ausscheiden. Das hilft dem Arzt enorm bei der Diagnose.

Tritt das nächtliche Aufstehen bei Ihnen erst seit Kurzem auf oder besteht die Beschwerde