16.06.2025

Orchideen gießen, ohne dass ihre Wurzeln verfaulen: So bleiben sie voller Blüten

Від Olia Olia

Orchideen sind wunderschöne, aber anspruchsvolle Pflanzen, besonders wenn es ums Gießen geht. Das Geheimnis gesunder, blühender Orchideen liegt darin, ihre natürlichen Wachstumsbedingungen nachzuahmen: viel Luft um die Wurzeln und eine feuchte, aber niemals nasse Umgebung. Wurzelfäule ist der größte Feind der Orchidee, und sie entsteht fast immer durch Staunässe.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Orchideen richtig gießen, um Wurzelfäule zu vermeiden und sie zum Blühen zu bringen:


Das A und O: Das richtige Substrat und der richtige Topf

Bevor es ans Gießen geht, sind diese Punkte entscheidend:

  • Orchideensubstrat: Verwenden Sie ausschließlich spezielles Orchideensubstrat, das sehr grob und luftig ist (oft aus Rindenstücken, Kokosfasern, Holzkohle, Blähton). Normale Blumenerde ist tabu, da sie zu viel Wasser speichert und die Wurzeln erstickt.
  • Durchsichtige Töpfe mit Drainagelöchern: Die meisten Orchideen (insbesondere Phalaenopsis) sind Epiphyten, deren Wurzeln in der Natur an Bäumen hängen und Licht sowie Luft ausgesetzt sind. Durchsichtige Töpfe ermöglichen es Ihnen, den Zustand der Wurzeln zu sehen und zu erkennen, wann sie Wasser benötigen (gesunde Wurzeln sind grün, trockene sind silbrig-grau). Unerlässlich sind Löcher am Boden für den Wasserablauf.

Die beste Gießmethode: Das Tauchbad 🚿

Dies ist die empfehlenswerteste Methode, um Orchideen gründlich mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig Wurzelfäule zu vermeiden.

  1. Vorbereitung des Wassers: Verwenden Sie zimmerwarmes, kalkarmes Wasser. Ideal ist Regenwasser. Wenn Sie nur Leitungswasser haben, lassen Sie es einige Stunden stehen, damit sich Chlor verflüchtigt und Kalk etwas absetzt. Destilliertes Wasser ist zu “leer” und sollte nur in Kombination mit speziellem Orchideendünger verwendet werden.

  2. Orchidee aus dem Übertopf nehmen: Nehmen Sie den durchsichtigen Pflanztopf aus dem Übertopf.
  3. Das Tauchbad: Stellen Sie den Pflanztopf der Orchidee in ein Waschbecken, einen Eimer oder eine Schüssel mit dem vorbereiteten Wasser. Das Wasser sollte bis knapp unter den Topfrand reichen.
  4. Einweichen lassen: Lassen Sie die Orchidee für etwa 10-15 Minuten im Wasser stehen. Das Substrat saugt sich vollständig voll und die Wurzeln können sich optimal mit Wasser vollsaugen. Sie werden sehen, wie die silbrig-grauen Wurzeln wieder ein sattes Grün annehmen.
  5. Gründlich abtropfen lassen: Nehmen Sie die Orchidee aus dem Wasserbad und lassen Sie sie vollständig abtropfen. Das ist der wichtigste Schritt, um Staunässe zu verhindern! Halten Sie den Topf schräg, damit wirklich alles überschüssige Wasser ablaufen kann. Es darf kein Wasser im Übertopf oder Untersetzer stehen bleiben.
  6. Zurück in den Übertopf: Erst wenn kein Wasser mehr aus dem Topf tropft, stellen Sie die Orchidee zurück in ihren Übertopf.

Wie oft gießen? (Faustregeln und Anzeichen)

Es gibt keine feste Regel, wie oft Sie gießen müssen, da dies von verschiedenen Faktoren abhängt:

  • Jahreszeit: Im Sommer und während der Blütezeit benötigen Orchideen mehr Wasser, im Winter oder in der Ruhephase weniger.
  • Standort: Helle, warme Standorte erfordern häufigeres Gießen als kühlere, dunklere Plätze.
  • Luftfeuchtigkeit: Bei hoher Luftfeuchtigkeit trocknet das Substrat langsamer aus.
  • Substrat: Gröberes Substrat trocknet schneller als feineres.

Achten Sie auf diese Anzeichen, wann gegossen werden muss:

  1. Wurzelfarbe: Der beste Indikator. Sind die Wurzeln silbrig-grau, ist es Zeit zu gießen. Sind sie noch sattgrün, haben sie noch genug Wasser.
  2. Topfgewicht: Heben Sie den Topf an. Fühlt er sich sehr leicht an, ist das Substrat trocken und die Orchidee braucht Wasser. Ein schwerer Topf bedeutet, dass noch Feuchtigkeit vorhanden ist.
  3. Substrat-Test (Fingerprobe): Stecken Sie einen Finger etwa 2 cm tief in das Substrat. Fühlt es sich trocken an, ist es Zeit zu gießen.

Faustregel: In den meisten Fällen ist einmal pro Woche Gießen ausreichend. Im Hochsommer kann es zweimal pro Woche sein, im Winter alle zwei Wochen.


Zusätzliche Tipps für gesunde, blühende Orchideen:

  • Luftfeuchtigkeit: Orchideen lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die Blätter (nicht die Blüten!) regelmäßig mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser oder stellen Sie eine Schale mit Wasser und Kieselsteinen neben die Pflanze.
  • Düngen: Düngen Sie während der Wachstums- und Blütephase alle 2-4 Wochen mit einem speziellen Orchideendünger in sehr geringer Konzentration (oft nur die Hälfte der vom Hersteller empfohlenen Menge).

  • Licht: Orchideen bevorzugen helles, indirektes Licht. Direkte Mittagssonne kann Blätter verbrennen.
  • Ruhephase: Nach der Blüte benötigen viele Orchideen eine Ruhephase mit reduzierter Wassergabe und Düngung, um Energie für die nächste Blüte zu sammeln.

Indem Sie diese Gießtipps beherzigen, werden Ihre Orchideen nicht nur vor Wurzelfäule geschützt, sondern können auch ihre ganze Pracht entfalten und Sie mit einer Fülle von Blüten erfreuen!

Haben Sie eine Lieblings-Orchideenart, die Sie pflegen?