16.07.2026
Der Hammerkopfwurm: Ich entdeckte im Morgengrauen einen stillen Eindringling in meinem Garten.
Ein Hammerkopfwurm (Bipalium) im eigenen Garten ist ein faszinierender, aber auch besorgniserregender Fund. Diese räuberischen Landplanarien, die ursprünglich aus Asien stammen, breiten sich zunehmend in Europa aus. Sie ernähren sich fast ausschließlich von unseren nützlichen Regenwürmern und können das biologische Gleichgewicht im Boden empfindlich stören.
Da sie keine natürlichen Feinde haben und extrem widerstandsfähig sind, sollten Sie bei der Sichtung schnell und besonnen handeln.
Was Sie jetzt tun sollten (Sofortmaßnahmen):
- Niemals mit bloßen Händen berühren: Hammerkopfwürmer produzieren Tetrodotoxin – dasselbe starke Nervengift, das auch im Kugelfisch vorkommt. Es dient ihnen zur Abwehr und zur Lähmung ihrer Beute. Tragen Sie beim Umgang mit dem Tier unbedingt feste Gartenhandschuhe.
- Nicht zerschneiden oder zertreten: Diese Würmer besitzen eine unglaubliche Regenerationsfähigkeit. Wird ein Hammerkopfwurm in Stücke geschnitten, wächst aus fast jedem einzelnen Teil innerhalb weniger Wochen ein neuer, vollständiger Wurm heran (Fragmentierung).
- Sicher einsammeln und unschädlich machen:
- Nehmen Sie den Wurm vorsichtig mit einer Pinzette, einer Schaufel oder einem Becher auf.
- Geben Sie ihn in ein dicht verschließbares Gefäß (z. B. ein altes Marmeladenglas).
- Die wirksamste Methode zur Abtötung: Streuen Sie reichlich Salz direkt auf den Wurm im Glas oder gießen Sie Essig darüber. Dies entzieht ihm sofort die Feuchtigkeit und tötet ihn ab, ohne dass er sich teilen kann. Alternativ können Sie das verschlossene Glas für 24 Stunden in den Gefrierschrank stellen.
- Den Fund dokumentieren und melden: Da es sich um eine invasive Art handelt, ist es für die Forschung und den Naturschutz wichtig, Fundorte zu registrieren. Machen Sie ein scharfes Foto von dem Tier (idealerweise von oben, um die Kopf- und Streifenzeichnung zu erkennen) und melden Sie die Sichtung dem zuständigen Pflanzenschutzamt oder einer lokalen Naturschutzbehörde.