20.08.2026

Die Alzheimer-Krankheit kann man schon beim Duschen bemerken.

Від Olia Olia

Es klingt überraschend, aber alltägliche Routinehandlungen wie das Duschen können tatsächlich sehr frühe, subtile Warnzeichen für eine kognitive Veränderung oder eine beginnende Demenzerkrankung wie Alzheimer offenbaren.

Da Duschen eine komplexe Abfolge von motorischen, Wahrnehmungs- und Planungsfähigkeiten erfordert, fallen Veränderungen hier oft als Erstes auf.

Mögliche Früherkennungszeichen beim Duschen

  • Verlust des Geruchssinns (Anosmie): Das Nachlassen oder der Verlust des Geruchssinns gilt in der Neurologie als eines der frühesten Symptome von Alzheimer. Wenn der gewohnte Duft von Shampoo, Duschgel oder Seife plötzlich nicht mehr wahrgenommen werden kann, liegt das oft an Veränderungen im Riechkolben (Bulbus olfactorius) – einer Region im Gehirn, die sehr früh von Plaques betroffen sein kann.
  • Probleme bei der Handlungsabfolge (Apraxie): Das Duschen erfordert das Ausführen logischer Schritte in der richtigen Reihenfolge. Betroffene vergessen beispielsweise, sich vor dem Einsteigen auszuziehen, tragen Shampoo auf, ohne die Haare vorher nass zu machen, oder vergessen das Abseifen komplett.
  • Veränderte Temperatur- und Schmerzwahrnehmung: Das Gehirn verarbeitet Signale über warmes und kaltes Wasser langsamer oder fehlerhaft. Es kann vorkommen, dass Betroffene das Wasser extrem heiß einstellen, ohne die Schmerz- oder Verbrennungsgefahr rechtzeitig zu realisieren, oder vor lauwarmem Wasser zurückschrecken.
  • Vernachlässigung der Körperhygiene: Oft ziehen sich Menschen mit beginnender Demenz aus Verunsicherung oder Überforderung zurück. Das Duschen wird aufgeschoben, vermieden oder es wird fälschlicherweise geglaubt, man habe sich am selben Tag bereits geduscht.
  • Orientierungslosigkeit im Raum: Schwierigkeiten beim Einschätzen von Entfernungen, Bedenken beim Übersteigen des Wannenrands oder Angst vor dem fließenden Wasser können auf Störungen der visuell-räumlichen Wahrnehmung hindeuten.

Wichtig zur Einordnung

Ein nachlassender Geruchssinn oder gelegentliche Vergesslichkeit bedeuten nicht automatisch, dass eine Alzheimer-Erkrankung vorliegt. Riechstörungen entstehen sehr häufig auch durch chronische Nebenhöhlenentzündungen, Virusinfekte oder normale Alterungsprozesse.

Sollten solche Veränderungen beim Duschen oder im Alltag jedoch wiederholt auftreten und den gewohnten Ablauf beeinträchtigen, empfiehlt sich eine beruhigende, frühzeitige Abklärung bei einer Hausärztin, einem Hausarzt oder in einer Gedächtnisambulanz.