Anzeichen und körperliche Veränderungen in den letzten Tagen und Stunden des Lebens, laut Gesundheitsbehörden
In den letzten Tagen und Stunden des Lebens eines Menschen durchläuft der Körper einen natürlichen und friedlichen Prozess des Herunterfahrens. Gesundheitsbehörden und Palliativmediziner beschreiben diese Phase als Sterbeprozess, bei dem bestimmte körperliche Veränderungen und Anzeichen anzeigen, dass das Lebensende bevorsteht.
Diese Veränderungen zu kennen, hilft Angehörigen, die Situation besser zu verstehen und dem Sterbenden die nötige Ruhe und Begleitung zu schenken.
Körperliche Anzeichen in den letzten Tagen
In den letzten Tagen vor dem Tod verlagert der Körper seine verbleibende Energie auf die Lebenserhaltung der innersten Kernorgane. Dies äußert sich durch folgende Symptome:
- Extreme Schwäche und Rückzug: Der Sterbende verbringt die meiste Zeit im Schlaf oder in einem Zustand der Schläfrigkeit. Das Interesse an der Außenwelt, an Gesprächen oder Besuchen nimmt stark ab.
- Nachlassen von Appetit und Durst: Das Bedürfnis nach Nahrung und Flüssigkeit schwindet fast vollständig. Der Körper kann Nahrung nicht mehr richtig verdauen. Das Verweigern von Essen und Trinken ist in dieser Phase schmerzfrei und ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers.
- Veränderungen der Atmung: Die Atmung wird flacher, unregelmäßiger oder verlangsamt sich spürbar. Es kann zu Phasen kommen, in denen der Atem für einige Sekunden komplett aussetzt (Apnoe).
- Verändertes Erleben (Desorientierung oder Visionen): Manche Menschen wirken verwirrt, wissen nicht mehr, wo sie sind, oder sprechen mit Personen, die nicht im Raum sind. Dies wird medizinisch oft als Delir oder friedliche Halluzination eingestuft und erfordert meist kein korrigierendes Eingreifen, sondern ruhige Zuwendung.
Körperliche Anzeichen in den letzten Stunden
In den allerletzten Stunden verdichten sich die Anzeichen dafür, dass der Kreislauf und die Organfunktionen endgültig versagen:
- Das „Sterberöcheln“ (Terminales Rasseln): Da der Schluckreflex erlischt, sammelt sich Speichel oder Bronchialsekret im Rachenraum. Beim Atmen entsteht dadurch ein rasselndes, röchelndes Geräusch. Für den Sterbenden selbst ist dieses Geräusch in der Regel nicht schmerzhaft oder quälend, da er sich in einem tiefen, komatösen Zustand befindet. Ein vorsichtiges Umlagern auf die Seite kann das Geräusch lindern.
- Veränderungen der Hauttemperatur und -farbe:
- Die Durchblutung der Extremitäten bricht zusammen. Hände, Arme, Füße und Beine fühlen sich oft kalt an.
- Die Haut kann blass, gräulich oder wachsartig wirken.
- Typisch ist das Auftreten von marmorierten Flecken (meist blau-violett gefärbt), die zuerst an den Knien und der Unterseite der Beine sichtbar werden.
- Das „Dreieck des Todes“ (Facies hippocratica): Das Gesicht verändert sich merklich. Die Nase wirkt spitzer, die Schläfen fallen leicht ein. Die Haut um den Mund und die Nase herum verfärbt sich oft fahl-dreieckig (blass-bläulich), während die Lippen dunkler werden können.
- Veränderte Schmerzwahrnehmung: In den letzten Stunden sinkt die Schmerzempfindlichkeit meist drastisch, da das Gehirn körpereigene, schmerzlindernde Stoffe ausschüttet und die Wahrnehmung trübt.
- Verlust der Kontrolle über Blase und Darm: Die Schließmuskeln entspannen sich vollständig. Gleichzeitig nimmt die Urinproduktion aufgrund des Nierenversagens stark ab; der verbleibende Urin ist oft sehr dunkel.
- Veränderte Augen: Die Augen können halboffen bleiben, wirken glanzlos oder blicken ins Leere. Die Pupillen reagieren kaum noch auf Licht.
Wie Angehörige in dieser Phase unterstützen können
- Mundpflege priorisieren: Da der Sterbende nicht mehr trinkt, trocknen die Schleimhäute aus. Befeuchten Sie die Lippen und den Mundraum regelmäßig mit feuchten Wattestäbchen, etwas Wasser, Tee oder einer speziellen Pflegecreme.
- Berührung und Präsenz: Das Gehör gilt als der Sinn, der am längsten aktiv bleibt. Sprechen Sie mit ruhiger, vertrauter Stimme und halten Sie sanft die Hand, auch wenn keine sichtbare Reaktion mehr erfolgt.
- Kein Zwang zur Nahrungsaufnahme: Versuchen Sie nicht, dem Sterbenden Essen oder Flüssigkeit einzuflößen, da dies zum Verschlucken (Aspiration) führen kann.
- Raumklima anpassen: Gedimmtes Licht, Ruhe und das Vermeiden von Hektik schaffen eine friedliche Atmosphäre.