Eine kuriose Geste meiner Großmutter: Nelken in eine Zwiebel stecken.
Das ist einer dieser klassischen „Großmutter-Tricks“, der auf den ersten Blick fast wie ein kleiner Zauberspruch wirkt, aber tatsächlich eine sehr solide, praktische Grundlage hat.
In der Fachsprache der klassischen Küche nennt man das eine Oignon piqué (gespickte Zwiebel). Es gibt dafür zwei Hauptgründe – einen kulinarischen und einen praktischen für den Haushalt:
1. Das Geheimnis der perfekten Suppe
Wenn Ihre Großmutter die gespickte Zwiebel in die Suppe, den Eintopf oder in das Sauerkraut geworfen hat, dann war das pure Küchenlogik:
- Aromatisierung: Die Zwiebel und die Nelken geben während des langen Köchelns ihre ätherischen Öle gleichmäßig an die Flüssigkeit ab. Das sorgt für eine tiefe, würzige Basis, ohne dass ein einzelnes Gewürz dominiert.
- Das „Finden“-Problem: Nichts ist unangenehmer, als in einer Suppe auf eine ganze Nelke zu beißen – das Aroma ist dann oft zu intensiv und fast betäubend. Wenn die Nelken fest in der Zwiebel stecken, kann man am Ende des Kochvorgangs die ganze Zwiebel einfach mit einem Löffel herausfischen. Alle Gewürze sind entsorgt, und die Brühe bleibt klar und sauber.
2. Der natürliche Insektenschutz
Stand die Zwiebel mit den Nelken vielleicht einfach so in der Küche oder am Fenster?
- Gegen Fliegen und Wespen: Die Kombination aus den Schwefelverbindungen der Zwiebel und dem Eugenol der Nelken ist für viele Insekten (besonders Fliegen) extrem abstoßend.
- Anwendung: Man schneidet eine Zwiebel in der Mitte durch, spickt die Schnittflächen großzügig mit Nelken und legt sie auf einen Teller. Es ist ein bewährtes Hausmittel, um im Sommer den Esstisch oder die Küche fliegenfrei zu halten, ohne zur Chemiekeule greifen zu müssen.
Ein kleiner Tipp für die moderne Küche
Falls Sie das nachmachen möchten: Ein zusätzliches Lorbeerblatt, das man mit einer Nelke an der Zwiebel festpinnt, rundet den Geschmack von Fleischbrühen oder Bechamel-Saucen perfekt ab.
Hat Ihre Großmutter die Zwiebel eher zum Kochen benutzt oder stand sie als „Wächter“ in der Küche?